Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie von der Verschiebung der Olympischen Spiele gehört haben?
Ich gebe zu, dass ich anfangs traurig und enttäuscht war, weil ich ein weiteres Jahr auf meinen Kindheitstraum warten muss, und ein Jahr ist eine lange Zeit. Ein langer Zyklus wäre diesen Sommer perfekt gewesen, aber daran kann ich jetzt nicht denken. Ich muss nach vorne schauen und in jeder Hinsicht so positiv wie möglich bleiben. An Motivation wird es nicht mangeln, und ich kann auch unerwartete Situationen genießen.
Welche Ihrer Wettbewerbe, abgesehen von den Olympischen Spielen, sind von der aktuellen Situation betroffen?
Das erste Weltmeisterschaftsrennen, das Anfang März in Abu Dhabi stattfinden sollte, wurde bereits verschoben. Leider wurden auch alle meine anderen Rennen abgesagt, und der Kalender ist momentan leer. Daher ist die Vorbereitung ziemlich schwierig. Im Herbst wird es wahrscheinlich viele Rennen geben, obwohl ich mich eigentlich erholen sollte. Es ist definitiv keine einfache Situation.
Wie setzen Sie Ihre Vorbereitung fort, wie sehr verändern sich Ihr Training und Ihre Arbeitsbelastung?
Die Situation hat sich bisher nicht groß verändert, da ich tagsüber meist alleine trainiere. Allerdings gibt es kein Schwimmbad, keine Laufbahn und vieles ist ungewiss. Ich werde wohl eine Pause einlegen müssen, besonders wenn die Hauptsaison im Herbst ist, denn sonst wird es schwierig, durchzuhalten. Zum Glück kenne ich in Pécs abgelegene Orte, wo man kaum jemanden sieht, sodass ich dort auf jeden Fall trainieren kann. Und da Sport mein Beruf ist, hoffe ich, dass es kein Problem ist, wenn ich irgendwo an der Autobahn alleine trainiere.
Wie können Sie Ihr Schwimmtraining ersetzen?
Momentan kann ich nur an Land trainieren, aber sobald es die Zeit erlaubt und möglich ist, werde ich in die Seen gehen, denn das ist auf Dauer nicht möglich. Jahre harter Arbeit könnten umsonst gewesen sein, denn Schwimmen ist etwas, das ein Spitzensportler immer betreiben sollte.
Was hat sich in deinem Alltag verändert, wie verläuft dein Tag?
Bisher hat sich nicht viel geändert. Ich trainiere wie ein Tier und versuche jetzt, mich so richtig in Stimmung zu bringen, als ob ich an einem Wettkampf teilnehmen würde. Ich trainiere seit September durchgehend, und es wäre fatal, ohne Erfolge eine Pause einzulegen. Deshalb werde ich Tests machen und mich mit mir selbst messen.
Was hält Ihre Begeisterung aufrecht?
Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, wie ich immer noch so begeistert sein kann. Jedes Mal, wenn ich Sport machen kann, bin ich froh, dass ich es heute noch kann. Und natürlich liebe ich Sport über alles, er ist mein größtes Glück. Für mich ist das Glas immer halb voll!