Wie gelingt es, den jährlichen Verlust eines Unternehmens von einer halben Milliarde Forint durch gutes Management innerhalb kurzer Zeit zu eliminieren und gleichzeitig den Handelspreis des Landkreises zu gewinnen? Unter anderem haben wir den Inhaber der Pécsi Sörfőzde Zrt., Dr. Zoltán Szemerey, den Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft mit beschränkter Haftung, dazu befragt.
– Was hat uns die Auszeichnung der Industrie- und Handelskammer Pécs-Baranya für erfolgreiches Finanzmanagement eingebracht?
– In erster Linie unsere Strategieänderung, aber auch die Marktlage hat sich in der Zwischenzeit positiv entwickelt. Die vorherigen Verluste waren hauptsächlich auf den Preiswettbewerb zurückzuführen, doch in den letzten Jahren ist das Qualitätsbewusstsein der Kunden deutlich gestiegen. Die Nachfrage nach Spezialbieren wächst stetig, was kleinen Unternehmen, wie der Brauerei Pécsi, in ihrer Kategorie zugutekommt. Deshalb haben wir unser Angebot diversifiziert und neue Biere im Premiumsegment auf den Markt gebracht. Wir haben also etwas erreicht, woran viele nicht gedacht hätten: Die Verbraucher waren dankbar für Qualitätsbier, selbst zu einem etwas höheren Preis.
Es ist eine Grundregel, dass gutes Bier gutes Wasser braucht. Ein halbes Jahrhundert lang konkurrierte Pécsi Szalon um den Titel des besten Bieres des Landes, am Wasser lag es also nicht. Warum ist das Getränk, das im ganzen Land so beliebt ist, an Beliebtheit verloren?
– Das lag am bereits erwähnten Preiskampf, in dem kleinere Brauereien auf dem heimischen Biermarkt gegenüber denjenigen benachteiligt waren, die möglichst billig und in möglichst großen Mengen produzierten.
– Als sie die Brauerei übernahmen, versprachen sie neue Produktionstechnologien. Was ist daraus geworden?
– Seitdem werden in Pécs glutenfreie, kaltgehopfte und Weizenbiere gebraut, die hervorragend am Markt angenommen wurden. Dieses Jahr haben wir beispielsweise das Cherry Ale auf den Markt gebracht. Wir planen sogar, nicht nur mit Bier, sondern auch mit anderen Getränken zu experimentieren.
– Ist Sörissa der Brauereichef?
– Ja, seit ich hier bin, und ich mag drei Sorten besonders gern. Wenn man ein leichtes Bier möchte, ist Szalon sehr zuverlässig. Und von den obergärigen Bieren mag ich Pécsi Premium Unfiltered Pils und Pécsi APA sehr gern.
– Wie entspannt sich der Firmenchef?
– Ich lese gern ungarische Romane, historische und dokumentarische Werke, und höre oft klassische Musik. Schwimmen in Pécs lohnt sich leider nur im Sommer im Freien, aber ich versuche, meinen Bewegungsmangel mit langen Spaziergängen auszugleichen.
, kehrte als Finanzinvestor nach Ungarn zurück.
Nach seinem Schulabschluss in Budapest studierte er Elektrotechnik an der Budapester Technischen Universität für Maschinenbau (BME) und erwarb dort auch einen Abschluss in Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften. Er arbeitete bei Ganz Electric Power Works und dem Kraftwerkswerk und promovierte 1987 in Karlsruhe. In Zürich war er Vizepräsident des Kraftwerksbereichs des ABB-Konzerns und verantwortlich für die Produktion von Kraftwerksmaschinen in Osteuropa. Anschließend wurde er Geschäftsführer von ABB Ungarn, dann CEO des Ungarisch-Amerikanischen Venture-Fonds und ist seither als Finanzinvestor tätig. 2017 erwarb er gemeinsam mit seinem Bruder Tamás Szemerey die Pécsi Sörfőzde Zrt.