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2020.11.10.

Oktoberfest mit dem Szentágotha-Berufskolleg: Bierverkostung in der Pécs Szalon Brauerei

Am 21. Oktober ließ die Berufsschule Szentágothai auf Anregung von Diána Elmer eine alte Tradition wieder aufleben und lud ihre Mitglieder zu einer Bierverkostung ein, die von unserer Kollegin Nóra Mits organisiert wurde, der wir an dieser Stelle herzlich für ihren Einsatz danken möchten. In der Brauerei Pécsi Szalon am Széchenyi tér 16, die im Frühjahr neu gestaltet wurde, führte uns der Inhaber und Geschäftsführer der Brauerei, Zoltán Szemerey, in die faszinierende Welt der Bierherstellung, des Vertriebs und des Genusses ein.

Nach unserer ausgiebigen Verkostung in der Beertok Bar im Herbst 2017 folgte diesmal eine noch intensivere. Damals lernten wir die Aromen von sieben Bieren aus fünf Ländern kennen, diesmal lag der Fokus speziell auf den Bieren aus Pécs. Obwohl unsere vorherige Verkostung thematisch weit von dieser entfernt war, pflegten die begeisterten Mitglieder der Fachhochschule in dieser Zeit eine enge Verbindung zur Brautradition – von Brauereibesichtigungen in Pécs bis hin zu eigenen Brauversuchen. Und natürlich ist auch die Zahl der Bierbegeisterten über die Jahre gewachsen, und so kamen schließlich 21 von uns am Mittwochabend zusammen.

Das Geheimnis des Aufstiegs der Brauerei Pécsi liegt vielleicht darin, dass sie sich dank ihrer überschaubaren Größe nun ganz auf die Erweiterung ihres Sortiments konzentrieren kann. In den letzten Jahren hat die jährliche Produktion von maximal 200.000 Hektolitern es ihr ermöglicht, neue Biere der Premiumklasse auf den Markt zu bringen, deren Produkte einen stabilen Marktanteil von rund drei Prozent halten. Beim Genuss unseres ersten leichten Pécsi-Biers begannen wir, die Grundlagen des Brauens kennenzulernen. Wir sprachen über die wichtigste Voraussetzung für die Bierherstellung: Wasser. Dieses ist in Pécs zwar vorhanden, aber wie wir erfuhren, eignet sich das hier vorkommende, qualitativ hochwertige, harte Trinkwasser nicht optimal für die Bierherstellung. Daher wird es zunächst durch Umkehrosmose enthärtet.

Unser zweites Getränk war das Szalon Light, ein untergäriges, gefiltertes Lagerbier. Die Brauerei, die älteste in Ungarn, legt großen Wert auf ihre Traditionen, und Szalon ist der Name des ältesten ungarischen Bieres. Nach den beiden gefilterten Leichtbieren wurde uns eine reichhaltige Auswahl an Snacks serviert, damit wir gestärkt in neue, spannende Gewässer aufbrechen konnten.

Da obergärige Biere in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt haben, durfte das unfiltrierte Pécsi Craft APA in unserer Verkostung nicht fehlen. Es begeisterte viele von uns mit seiner charakteristischen Bitterkeit und den erfrischenden Zitrus- und Fruchtaromen. Während der Verkostung erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte, die Braubedingungen und die Kalthopfung von untergärigen Lagerbieren und obergärigen Ales.

Anschließend, bei einem Pécsi Premium Wheat, drehte sich das Gespräch um die steigende Nachfrage nach spezialisierten Bieren. Die Pionierarbeit und der Experimentiergeist kleinerer Craft-Brauereien verdienen hier besondere Erwähnung. Natürlich begannen später auch größere Unternehmen, auf etablierten Wegen und angesichts der bereits wachsenden Marktnachfrage, bestimmte Bierspezialitäten zu optimieren. Aufgrund ihrer Größe, Gewinnorientierung und ihres Prestiges waren sie jedoch weniger geneigt, blindlings zu experimentieren. Wir können von diesem Thema auf die Ethik der Bierproduktion und die Verantwortung der Konsumenten eingehen, denn die Produktion und Optimierung eines erfolgreichen, in kleinem Rahmen erdachten Craft-Bier-ähnlichen Getränks bedeutet mitunter die Ausbeutung des Rohkapitals kleiner Brauereien. Andererseits können wir Craft-Brauereien als diejenigen sehen, die den Mut haben, ihre Visionen in die Tat umzusetzen und durch die Schaffung von Marktnachfrage ungewollt Druck auf die großen Konzerne ausüben, Innovationen voranzutreiben. In dieser Hinsicht stellt die Brauerei Pécsi einen echten Mittelweg dar, indem sie das Brauwesen neu erfindet und sowohl nach höchster Qualität als auch nach Innovation strebt.

Die Verkostung des Pécsi Premium Brown lehrte uns eine wichtige Lektion für unsere späteren Kaufentscheidungen. Bei weniger gefragten Bieren kann es vorkommen, dass sie nicht schnell genug ausverkauft sind und daher zu lange im Angebot bleiben. Um dieses Phänomen zu beobachten, verkosteten wir parallel eine Fass- und eine Flaschenversion des Brown Ales der Brauerei. Das Fassbier hatte im Vergleich zur Flaschenversion merklich an Kaffee- und Kakaoaroma eingebüßt. Die Lehre daraus: Wenn wir vom Fass bestellen, sollten wir nach den beliebteren Bieren fragen. Wir sprachen auch darüber, dass Dosenbier am wenigsten anfällig für lichtbedingte Qualitätseinbußen ist. Dies sollte man beim Einkauf im Handel berücksichtigen.

Das Thema Nachhaltigkeit rückt auch im Zusammenhang mit Verpackungen immer mehr in den Vordergrund. Innerhalb weniger Jahre ist mit Pfandgebühren ähnlich dem deutschen System für Dosen zu rechnen, die hoch genug sind, um die Rückgabe der Verpackungen für Verbraucher attraktiv zu machen. Auch die Frage nach dem Verbleib von Nebenprodukten der Bierherstellung wird diskutiert. Bierhefe enthält wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, und die Vermarktung dieser Stoffe als Nahrungsergänzungsmittel steht in der Brauerei Pécs ebenfalls auf der Tagesordnung.

Die Brauerei passt sich den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts an und bietet mehrere Biere aus Bio-Zutaten an. Eines ihrer wichtigsten Exportprodukte ist die glutenfreie Variante des untergärigen, angenehm malzigen Vienna Aces Biers, das Pécsi Premium Lager, das wir als Nächstes verkosteten. Eine weitere Spezialität ist das Pécsi Craft Meggy Ale, ein 4%iges, obergäriges Frischbier mit Sauerkirschgeschmack. Sauerkirschen sind auch Bestandteil der Braukunst und verbinden sich harmonisch mit dem Ale-Geschmack. Dieses Bier sollte nicht mit dem Pécsi Radler Premium Meggy verwechselt werden, denn es handelt sich um ein echtes Sauerkirschbier und nicht um ein Radler. Zum Abschluss verkosteten wir natürlich auch ein Radler-ähnliches Bier: das erfrischende Pécsi Radler Premium Bodza.

Zum Abschluss des Abends boten die Organisatoren jedem ein Glas seines Lieblingsbiers an. Das sorgte für angeregte Gespräche und entfachte sofort lebhafte Unterhaltungen zwischen den Tischnachbarn über die Biere des Abends. Ich entschied mich schließlich für das vierte Bier, das Weizenbier, doch das Pécsi Craft APA und das Meggy Ale machten mir die Wahl deutlich schwerer.

Am Abend unternahmen wir auch einen kleinen Abstecher in die Welt der Bierlizenzen, denn einer der größten Vorzüge des Pécsi-Biers gegenüber anderen Bieren ist seine Herkunft. Selbst die bekanntesten Marken büßen mitunter an Qualität ein, um das Originalrezept zu schützen oder Kosten zu sparen. Oftmals ist sogar der Alkoholgehalt niedriger, und die Alkohole und Ester, die im Originalprodukt noch vorhanden waren und seinen Geschmack maßgeblich prägten, fehlen. Da wir die Funktionsweise des Marktes und die Besonderheiten der Bierlizenzen kennen, empfehlen wir jedem Bierliebhaber wärmstens, seinen Horizont zu erweitern und die lokalen Pécsi-Biere zu probieren! Ob beim Besuch der Pécsi Szalon Bierhalle oder einfach mal beim Stöbern im verlockenden Angebot der Supermarktregale – geben Sie den Pécsi-Bieren eine Chance.

Anna Szeteli


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